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Darf der Deutsche in diesem Augenblick

Description:  Poem by Friedrich Schiller
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deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Darf der Deutsche in diesem Augenblick, wo er ruhmlos aus
seinem tränenvollen Kriege geht, wo zwei übermütige Völker
ihren Fuß auf seinen Nacken setzen, und der Sieger sein Geschick
bestimmt - darf er sich fühlen? Darf er sich seines Namens rüh-
men und freuen? Darf er sein Haupt erheben und mit Selbst-
gefühl auftreten in der Völker Reihe?

Wo der Franke wo der Brite
Mit dem stolzen Siegerschritte
Über seinen Nacken tritt?
Schweigend in der Ferne stehen
Und die Erde teilen sehen
Traurig mit gesenktem Blick
Keine freie Bürgerkrone
Wie der Franke seinem Sohne
Keinen Lorbeer mit zurück.

Ja er darfs! Er geht unglücklich aus dem Kampf, aber das, was
seinen Wert ausmacht, hat er nicht verloren. Deutsches Reich und
deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät des Deutschen
ruhte nie auf dem Haupt s[einer] Fürsten. Abgesondert von dem
Politischen hat der Deutsche sich einen eigenen Wert gegründet,
und wenn auch das Imperium untergegangen, so bliebe die deut-
sche Würde unangefochten.

Stürzte auch in Kriegesflammen
Deutschlands Kaiserreich zusammen
Deutsche Größe bleibt bestehn.
Sie ist eine sittliche Größe, sie wohnt in der Kultur und im
Charakter der Nation die von ihren politischen Schicksalen un-
abhängig ist. - Dieses Reich blüht in Deutschland, es ist in
vollem Wächsen und mitten unter den gotischen Ruinen einer
alten barbarischen Verfassung bildet sich das Lebendige aus . . .
und indem das politische Reich wankt hat sich das geistige immer
fester und vollkommener gebildet.
Finster zwar und grau von Jahren,
Aus den Zeiten der Barbaren
Stammt der Deutschen altes Reich.
Doch lebendge Blumen grünen
Über gotischen Ruinen gleich.

Das ist nicht des Deutschen Größe
Ob zu siegen mit dem Schwert,
In das Geisterreich zu dringen
Männlich mit dem Wahn zu ringen
Das ist seines Eifers wert.

Schwere Ketten drückten alle
Völker auf dem Erdenballe
Als der Deutsche sie zerbrach
Fehde bot dem Vatikane
Krieg ankündigte dem Wahne
Der die ganze Welt bestach.

Höhern Sieg hat der errungen
Der der Wahrheit Blitz geschwungen,
Der die Geister selbst befreit
Freiheit der Vernunft erfechten
Heißt für alle Völker rechten
Gilt für alle ewge Zeit.
Nicht aus dem Schoß der Verderbnis, nicht am feilen Hof der
Könige schöpft sich der Deutsche eine trostlose Philosophie des
Eigennutzes, einen traurigen Materialism . . . Darum blieb ihm
das Heilige heilig.
Keine Hauptstadt und kein Hof übte eine Tyrannei über den
deutschen Geschmack aus. Paris. London.
So viele Länder und Ströme und Sitten, so viele eigene Triebe
und Arten.
Das köstliche Gut der deutschen Sprache die alles ausdrückt,
das Tiefste und das Flüchtigste, den Geist, die Seele, die voll
Sinn ist ...
Die Sprache ist der Spiegel einer Nation, wenn wir in diesen
Spiegel schauen, so kommt uns ein großes treffliches Bild von uns
selbst daraus entgegen. Wir können das Jugendlich-Griechische
und das Modern-Ideelle ausdrücken.
Mag der Brite die Gebeine
Alter Kunst, die edeln Steine
Und ein ganzes Herkulan
Gierig nach dem Kostbarn greifen
Und auf seiner Insel häufen
Was ein Schiff nur laden kann

Ewig werden sie Verbannte
Bleiben an dem fremden Strande,
Nie im Leben heimisch sein
Denn der Witz hat mit dem Schönen
Mit dem Hohen nichts gemein!

Ewige Schmach dem deutschen Sohne
Der die angeborne Krone
Seines Menschenadels schmäht
Der sich beugt vor fremden Götzen,
Der des Briten toten Schätzen
. . . und des Franken . . . lüstern späht
Nach dem Höchsten soll er streben - die Natur und das Ideal.
Er verkehrt mit dem Geist der Welten.
Ihm ist das Höchste bestimmt, die Menschheit die allgemeine
in sich zu vollenden, und das Schönste, was bei allen Völkern
blüht, in einem Kranze zu vereinen - und so wie er in der Mitte
von Europens Völkern sich befindet, so ist er der Kern der
Menschheit, jene sind die Blüte und das Blatt.

Er ist erwählt von dem Weltgeist, während des Zeitkampfs / an
dem ewgen Bau der Menschenbildung zu arbeiten, / zu bewahren
was die Zeit bringt . . . Alles was Schätzbares bei andern Zeiten
und Völkern aufkam, mit der Zeit entstand und schwand, hat er
aufbewahrt, es ist ihm unverloren, die Schätze von Jahrhunderten.
Nicht im Augenblick zu glänzen und seine Rolle zu spielen,
sondern den großen Prozeß der Zeit zu gewinnen. Jedes Volk
hat seinen Tag in der Geschichte, doch der Tag des Deutschen ist
die Ernte der ganzen Zeit -
Jedem Volk der Erde glänzt
Einst sein Tag in der Geschichte,
Wo es strahlt im höchsten Lichte
Und mit hohem Ruhm sich kränzt,
Doch des Deutschen Tag wird scheinen . . .
Wenn der Zeiten Kreis sich füllt,
Und des Deutschen Tag wird scheinen
Wenn die Scharen sich vereinen
In der Menschheit schönes Bild!
Dem, der den Geist bildet, beherrscht, muß zuletzt die Herr-
schaft werden, denn endlich an dem Ziel der Zeit, wenn anders
die Welt einen Plan, wenn des Menschen Leben irgend nur Bedeu-
tung hat, endlich muß die Sitte und die Vernunft siegen, die
rohe Gewalt der Form erliegen - und das langsamste Volk wird
alle die schnellen flüchtigen einholen. Die andern Vöiker waren
dann die Blume, die abfällt
Wenn die Blume abgefallen bleibt die goldne Frucht übrig,
bildet sich, schwillt die Frucht der Ernte zu.
Und im lochrichten Gefäße rinnt .

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     

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