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Mit untertänigstem Hautschauern unterfange ich mich
deiner gefräßigen Majestät klappernde Phalanges zu küssen,
und dieses Büchlein vor deinem dürren Calcaneus in Demut
niederzulegen. Meine Vorgänger haben immer die Weise
gehabt, ihre Sächlein und Päcklein, dir gleichsam recht vorsätzlich
zum Ärger,
hart an deiner Nase vorbei, ins Archiv
der Ewigkeit transportieren zu lassen, und nicht gedacht,
daß sie dir eben dadurch um so mehr das Maul darnach
wässern machten, denn auch an dir wird das Sprüchwort
nicht zum Lügner: Gestohlen Brot schmeckt gut. Nein! dedizieren will
ich dirs lieber, so bin ich doch gewiß, daß du's
weit weglegen werdest.
Doch Spaß beiseite! - Ich denke, wir zween kennen uns
genauer denn nur vom Hörensagen. Einverleibt dem äskulapischen
Orden,
dem Erstgebornen aus der Büchse der
Pandora, der so alt ist als der Sündenfall, bin ich gestanden
an deinem Altare, habe, wie der Sohn Hamilkars den sieben
Hügeln, geschworen unsterbliche Fehde deiner Erbfeindin
Natur, sie zu belagern mit Medikamenten Heereskraft, eine
Wagenburg zu schlagen um die Stahlische Seele, aus dem
Feld zu schlagen mit Sturm die Trotzige, die deine Sporteln
schmälert, und deine Finanzen schwächt, und auf dem Wal-
platz des Archäus hoch zu bäumen deine mitternächtliche
Kreuzstandarte. - Dafür nun (denn eine Ehre ist wert der
andern) wirst du mir auswürken den köstlichen Talisman,
der mich mit heiler Haut und ganzer Wolle an Galgen und
Rade vorübergeleitet
Jusque datum sceleriei ja doch! Tue das, goldiger Mäcenas; denn siehst
du, ich
möchte doch nicht gern, daß mirs ginge wie meinen toll-
kühnen Kollegen und Vettern, die mit Stilett und Sackpuffer
bewaffnet in finstern Hohlwegen Hof halten, oder im unterirdischen
Laboratorium das Wunderpolychrest mischen, das,
wenns hübsch fleißig genommen wird, unsere politische
Nasen, über kurz oder lang, mit Thronvakaturen und Staatsfiebern
kitzelt.
- Damiens und Ravaillac! - Hu! hu! hu!
Es ist ein gut Ding um gerade Glieder!
Ob du auch deinen Zahn auf Ostern und Michaelis gewetzt
hast? Die große Bücherepidemie in Leipzig und Frankfurt
juch heisa, Dürrer! - wird ein königlich Fressen geben.
Deine fertigen Mäkler Völlerei und Brunst liefern dir ganze
Frachten aus dem Jahrmarkt des Lebens - Selbst der Ehr-
geiz dein Großpapa, Krieg, Hunger, Feuer und Pest deine
gewaltigen Jäger haben dir schon so manche fette Menschen-
klopfjagd gehalten - Geiz und Golddurst deine mächtigen
Kellermeister trinken dir ganze schwimmende Städte im
sprudelnden Kelch des Weltmeers zu - Ich weiß in Europa
eine Küche, wo man dir die raresten Gerichte mit Festtags-
gepränge auf die Tafel gesetzt hat - Und doch - wer hat
dich je satt gesehen, oder über Indigestionen klagen gehört?
- Eisern ist deine Verdauung; grundlos deine Gedärme!
Puh - Ich hätte dir noch so manches zu sagen, aber ich
tummle mich, daß ich wegkomme - Du bist ein garstiger
Schwager - Geh - Du machst dir Rechnung, höre ich, eine
Generalkollation zu erleben, wo dir groß und klein, Weltkugeln und
Lexika,
Philosophieen und Putzwerk in Rachen
fliegen sollen - Guten Appetit, wenns so weit kommt!
Doch, Hungerwolf der du bist! siehe zu, daß du dich da
nicht überessest, und deinen ganzen Fraß haarklein wiedergeben
müssest,
wie dirs ein gewisser Athenienser, der dir gar nicht wohlwill, prophezeit
hat.
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